Der Mutation sind seine Wirte egal: Was uns im Frühjahr erwartet.

Die Mutation ist voraussichtlich 60% infektiöser als das ‘normale’ Covid-19. Und das könnte nicht die letzte gefährliche Mutation gewesen sein. Aber wie das, höre ich manchmal, es braucht doch lebende Wirte?

Das Virus kümmert sich nicht um seine Wirte.

Das Virus sieht nur die nächste Zelle, und jedes einzelne Coronavirus steht im Wettbewerb mit den anderen Coronaviren. Beim Erobern dieser Zelle gewinnen diejenigen Mutationen, die am schnellsten in die Zelle kommen und sich dann dort reproduzieren.

Diejenigen, die schnell durch die Zellen kommen, infizieren dann natürlich auch mehr Leute, die dann schneller unter einer höheren Viruslast leiden. Deshalb kommt es nun zu einer Variante, die 60% infektiöser sein kann.

Das bedeutet:

  • Herdenimmunität ist erst bei 80% der Bevölkerung erreicht. Das heißt, dass mehr Menschen geimpft werden müssen. Und das heißt, dass Impfstoffe mit einer Wirksamkeit unter 80% nicht wirksam genug sind.
  • Die Mutation ist eine Pandemie in einer Pandemie. Januar und Februar wird die Mutation überall in Europa sein.
  • Ro scheint bei 4,2 zu liegen. Ro lag davor bei 2,7. Davor also mussten wir unsere Kontakte um 60% reduzieren. Jetzt sind es mehr als 75%. Das ist kaum noch schaffbar.

Die Inzidenzen werden im Frühjahr trotz strenger Maßnahmen explodieren

Ein Virus mutiert wenn es viele Wirte hat — also mehr Petrischalen, in denen mit Mutationen Lotto gespielt wird. SARS Cov2 ist hier keine Ausnahme. Je mehr Wirte, desto wahrscheinlicher eine weitere Mutation. Daraus folgen zwei Dinge:

Erstens: Wenn wir jetzt nicht stark einschränken, könnte also eine noch schlimmere Mutation auf uns zu kommen. Mehr Petrischalen, mehr Gefahr.

Zweitens: Wenn wir Impfen während es noch eine sehr hohe Inzidenz gibt, sind die geimpften Personen ständig hohen Viruslasten ausgesetzt. Gerade in Kliniken. Es ist auch hier schlicht eine Frage der Zeit, bis sich unter diesen Umständen eine Mutation findet, die auf vollkommen unerwartete Weise infizieren gelernt hat.

Wenn wir im Frühjahr hohe Inzidenzen zulassen, mutiert das Virus weiter.

Wir brauchen also jetzt einen Katalog von Maßnahmen, die spätestens ab Ende Januar einsatzbereit sind, um die Anzahl der Kontakte um 80% zu reduzieren. Sonst wird der Winter noch weitaus schwerer, als er sowieso schon wäre. Beispielsweise:

  • Massentestungen, monatlich, alle.
  • Bevölkerungsquarantäne, monatlich, eine Woche.
  • Bewegungsradius auf das eigene Viertel einschränken.
  • Ein mal monatlich Schulferien und Betriebsferien.

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